Das eigene Bad als Wellness-Oase

Jacuzzi, Multifunktional-Dusche und Dampfbad auf dem Siegeszug

07.10.2009 Dr. Gabriele Hefele

Arabische und römische Bäder-Sitten sind die Vorbilder, im Badezimmer tut sich was: Der Trend geht weg von der puren Körperreinigungs-Funktion zum-Entspannungs-Raum.

Die Badesitten waren immer schon ein Gradmesser für den Stand der Kultur, im Abend- wie im Morgenland. Daran gemessen kann man heute eigentlich nur von einem Kulturverfall reden. Bei den Einheits-Bädern in Neubauwohnungen und Einfamilien-Häusern bekleckern sich Architekten nicht gerade mit Ruhm, vom Frevel der Hotels mit dem Angebot mickriger Sitzbadewannen oder gar nur der einzigen Alternative Dusche ganz zu schweigen. Denn der mit weniger Wasserverbrauch hoch gelobte praktische Körperreinigungs-Vorgang des Duschens lässt sich schon gar nicht mit dem genießerischen sinnlichen Baden vergleichen.

Sind Sie ein Badewannen-Typ oder Warmduscher?

Das meinte schon Luciano de Crescenzo in seinem Bestseller "Also sprach Bellavista". Darin verglich er den rational geprägten Mailänder, der das effiziente Duschen vorzieht, mit dem emotional geprägten Neapolitaner, der sich mit Zeitung und Zigarre genüsslich zu langer Sitzung in die Badewanne zurückzieht. Mailänder steht in dem Fall allgemein für Nordländer, Neapolitaner für Südländer.

Wie bitte soll man zum Beispiel im 75 x 1,70-Meter-Badewannen-Standard-Maß zu zweit baden? Einer hat immer die Armatur in der Wirbelsäule, der andere sitzt auf dem Ablauf-Knubbel und die Champagner-Gläser müssen auf den spitz aus dem Wasser ragenden Knien balanciert werden. Ist es nicht auffällig, dass zwar Hollywoodstars sich als Gipfel der Verruchtheit unter der Dusche paaren, sich in einer überschäumenden Badewanne aber allenfalls allein räkeln dürfen oder darin unerotisch erwürgt oder ertränkt werden? Einzig Loriot kam auf die Idee, mal zwei Männeken darin unterzubringen, die sich dann prompt um die Bade-Ente stritten. Welch Abstieg von der fröhlichen körperfreudigen Badehaus-Kultur des Mittelalters bis zur heutigen Badezimmer-Barbarei!

Plädoyer für die Doppelbadewanne

Bei Immobilien-Anbietern gelten sechs Quadratmeter schon als Luxus-Bad. Aber unter 10 Quadratmetern lässt sich kein neues Wonne-Gefühl erzielen, das sei bedacht. Kinderlose Paare oder Singles sollten gleich ein Kinderzimmer zum künftigen Bad umgestalten, das dann auch noch Platz für Fitness-Geräte vorsieht. Aber Mittelpunkt eines jeden Bades und auffällige Augenweide - zusätzlichen Wassertank-Einbau, bevorzugt mit Solaranlage, nicht zu vergessen - wird die Doppel-Badewanne das Kommunikations-Zentrum für eine moderne Partnerschaft schlechthin - in jeder Beziehung. Nichts ist schöner, als nach getaner Arbeit abends zusammen entspannt im warmen Wasser zu liegen und all das zu treiben, was man sich dazu vorstellt - also vom Zeitunglesen bis zum gemütlichen Klönen und dem gegenseitigen Tages-Rückblick. Und natürlich gehört die großzügige Ablage für die Champagner-Gläser in Reichweite, die eingebauten Jacuzzi-Düsen sind schon fast ein Muss. Schon mal daran gedacht, gleich die Hälfte des Badezimmers von Wand zu Wand mit Doppel-Badewanne zuzubauen? Hat den praktischen Zusatzeffekt, dass man daneben keinen Fliesenboden mit Spritzresten putzen muss!

Wellness ganz privat

Die gute alte finnische Holz-Saunen erklären viele Innenarchitekten zu Unrecht als out, aber Leute mit hohem Blutdruck und Herz-Problemen schätzten sie von jeher nicht sonderlich. Schonender gehen Dampf-Saunen mit dem Körper um, weil sie nicht diese hohen Temperaturen brauchen. Bei Atemwegsproblemen ist der Inhalations-Effekt außerdem gesundheitsfördernd. Und schon mal ausprobiert, dass ein Kater am nächsten Morgen auch von einer Dampfsauna erstaunlich schnell weg geblasen wird? Außerdem kann diese Form platzsparender als Duschkabine aufgebaut werden.

Wem ein Umbau zu teuer und umständlich erscheint oder wirklich kein Platz vorhanden ist: mindestens eine Multifunktional-Dusche mit Massage-Duschköpfen in drei Höhen an beiden Seiten der Dusche kann man überall nachträglich einbauen. Übrigens für unstete Charaktere beziehungsweise Scheidungs-Freudige sehr umzugsgerecht, da schnell auch wieder abbaubar.

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Doppelbadewanne quer, Hefele Doppelbadewanne quer
   
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